Warum ein externer Compliance Officer?

Wie anfangs beschrieben, hat sich der CCO Konfrontationen mit Kollegen und Vorgesetzten zu stellen. Dies wird selbstverständlich erschwert, wenn es aus der Vergangenheit Erfahrungen im Positiven sowie im Negativen mit anderen Menschen in der Firma gegeben hat. Ein externer CO hat diese Hürde nicht zu nehmen, er kommt objektiv und unvoreingenommen in das Unternehmen. Somit fallen ihm Entscheidungen, die im Zweifelsfall auch unpopulär sind, wesentlich leichter. Insbesondere wenn es um Verstöße von Mitgliedern der Geschäftsleitung geht.

Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung, zivil- oder strafrechtlich, kommen, wird man seiner Argumentation als unternehmensfremder Person immer mehr Gehör schenken als einem Angestellten, dem jeder unterschwellig unterstellt, er möchte seinen Arbeitsplatz behalten.

Denkt man diese Position in House zu vergeben, da ein CCO als Angestellter genausoviel kostet wie ein externer, wird dabei oft vergessen, daß es nicht mit einer Einzelperson getan ist, sondern daß man eine ganze Abteilung unterhalten muß, die dem CCO zuarbeitet. Wir sprechen im Mittelstand von ca. 11.000 Regularien. Diese Kosten fallen beim externen CO nicht an.

Der externe Co sollte zu Absicherung seiner Position und Wahrung seiner Unabhängigkeit für einen bestimmten Zeitraum engagiert werden, sofern er nicht selbst mit rechtlich relevanten Vorwürfen konfrontiert wird. Seine Vertragsverlängerung sollte zeitlich adäquat vor der Beendigung geregelt werden.