Der Chief Compliance Officer (CCO)

Der CCO sollte als Mensch erfahren und integer sein, eine rasche Auffassungsgabe haben und intelligent sein. Das Wort Intelligenz kommt aus dem lateinischen “intellegere” und heißt “verstehen” (wörtlich “wählen zwischen”). Er muß also Zusammenhänge erkennen und diese in Handlungen umsetzen können. Er sollte ein festverankertes Selbstbewußtsein haben, sodaß er auch dann standhaft bleibt, wenn der Wind ihm ins Gesicht bläst. Denn ganz sicher ist die Person, die diese Position bekleidet, nicht “Everybody’s Darling”.

Ist er wirklich gut in seinem Beruf, wird er die Kosten für sich um ein Vielfaches der Firma zurückgeben.

Der CCO sollte im Unternehme sicherstellen, daß das Unternehmen, seine Manager und Mitarbeiter, alle Gesetze, nationale und internationale Rechtsnormen und branchenübliche Verfahren, einhalten.
Auch muß er überprüfen, ob die Einhaltung von bestimmten Selbstverpflichtungen des Managements gewährleistet sind, die üblicherweise von einem unternehmensindividuellen Kodex (Code of Conduct) festgeschrieben sind.

Das Berufsbild des CCO ist einzigartig und kann nicht nur durch Juristen ausgefüllt werden.
Ein guter CO ist in der Lage logisch, strategisch und interdisziplinär zu denken und kann die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen anpassen und im Einzelfall in konkrete Handlungsempfehlungen umsetzen.

Da sich Politik und Wirtschaft einig sind, daß Korruption und andere Verstöße gegen Gesetze und Vorschriften unserer heutigen Gesellschaft einen erheblichen Schaden zufügen können, ist die wachsende Nachfrage nach CCO unabdingbar und wird am Gehaltsspiegel dieser Berufsgruppe in der Zukunft abzulesen sein.
Seine Akzeptanz in dem Unternehmen wird aber nicht zuletzt davon abhängen, ob der finanzielle Aufwand so gering wie möglich gehalten wird und der Umgang mit den Kollegen und Vorgesetzten so konfliktfrei wie irgend möglich abläuft.

Die Struktur der Compliance-Organisation weist auf z. B. mögliche Verschlankung von Prozessen, Einsparung im Personalbereich hin und liefert mit ihren Informationen wichtige Anstöße zur Änderung im Unternehmen.
Als vertrauenswürdiger Ansprechpartner nimmt er sich den Sorgen und Nöten der Whistleblower an und vertritt seine Funktion gegenüber der Geschäftsführung als Ratgeber.
Grundsätzlich ist dem CCO niemand weisungsberechtigt, weder die Rechtsabteilung, die interne Revision, das Controlling oder das Risikomanagement.
Er reportiert ausschließlich einem Vorstandsmitglied und ist diesem reportpflichtig.
Der CCO muß die Firmenpolitik und die Entscheidungen Einzelner stets global übersehen. Für Mittelständler kann aus Kostengründen oder zu hohem Aufwand sein Aufgabenbereich an einen externen Compliance Officer übergeben werden. Wobei diesem auch Bereiche und Funktionen aus dem bestehenden Unternehmen übergeben werden können.